Abschied von Wolfgang Peter
Fast 30 Jahre hat Wolfgang Peter die Jugendarbeit in unserer Gemeinde geprägt. Seine Arbeit umfasste die offene Jugendarbeit im Jugendkeller, die Gestaltung und Durchführung von Jugendgottesdiensten gemeinsam mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, die Unterstützung der Pastor*innen bei der Konfirmandenarbeit, Freizeiten im In- und Ausland, Paddeltouren auf der Weser und der Diemel, Klettertouren am Ith, Kinder- und Jugendkreise, Mitarbeiterkreise zum gemeinsamen Austausch und zu unterschiedlichen Themen, Mitarbeiterschulungen, Kinderbibeltage, Gitarrenkreise und vieles mehr. In der Arbeit der „offenen Tür“ bleiben das Werken, Kochen, Spiele spielen, die Videonacht und Streetball-Night in Erinnerung.
Über die Jahre hat Wolfgang Peter viele Jugendliche und ehrenamtliche Mitarbeiter durch intensive Gespräche und Austausch über „Gott und die Welt“ geprägt.
Wolfgang Peter hatte immer ein offenes Ohr für Mitarbeiter und Jugendliche. Die Jugendarbeit lebt von Vertrauen und Verlässlichkeit. Mit viel Engagement hat sich Wolfgang Peter für unsere Jugendarbeit eingesetzt. Es war eine intensive Zeit mit vielen Begegnungen und Verantwortung. Menschen, die ihn schon lange kennen, loben vor allem seinen Teamgeist und das wertschätzende Miteinander.
Ohne Wolfgang Peter wären die Tannenbäume auf Blombergs Straßen liegen geblieben. Wir danken für die alljährliche Organisation der Tannenbaumaktion und die vielen Spenden, die dadurch zusammenkamen.
Wir danken Wolfgang Peter für sein Engagement in unserer Gemeinde und die vielen Spuren, die er hinterlassen hat und die in Erinnerung bleiben werden. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute und Gottes reichen Segen!
Der Kirchenvorstand
Wir laden herzlich zum Abschiedsgottesdienst von Wolfgang Peter am 12.April.2026 um 17.00 Uhr in die Klosterkirche Blomberg ein. Anschließend besteht beim Mitbringbuffet die Möglichkeit, sich auszutauschen und Wolfgang Peter persönlich zu verabschieden. Wer etwas zum Buffet beitragen möchte, melde sich bitte im Gemeindebüro (Tel. 7443, E-Mail gemeindebuero@blombergref.de.).
Ich schaue zurück auf 29 Jahre Kinder- und Jugendarbeit in Blomberg, 19 Jahre davon war ich auch anteilig in Istrup. In Stichwörtern zieht gemeinsam Erlebtes vorbei: Jugendkeller, Kinderkreise, Kidsclub, Jugendkreise, „Die jungen Köche“, Gitarrenkurse, Gospelchorprojekte, Kindermusical, Jugendbibelwochen, „Lords Time“, Vater-Sohn-Angebote, Jugendgottesdienste, „Thomas Messe“, „DeaGo“, „Kreative-Klang-Kirche“, Familiengottesdienste, Krippenspiele, Weihnachtsmusical, Kinderbibelwochen, Drei-Bunte-Kindertage, Kindercampings, Bückeburgfreizeiten auf Jagdschloss Baum, Jugendfreizeiten am Edersee, in Schweden, in Hamburg, im Extertal, in Südfrankreich, am Humboldtsee, in der Normandie, in Otterndorf und in Seeste, einige Familienfreizeiten, Paddeltouren, Kletterausflüge, Busfahrten zur Eisbahn, Bullitouren, Jugendmitarbeiterkreis, Schulungswochenenden, unterschiedlichste Ferienangebote, Katches- & Konfifreizeiten …
Mir fallen Spiele ein, wie „Four Squares“, „Canape“, „Capture the flag“. Auch Aktionen wie Fahrrad- & Inlinertouren, Streetballnight, Hockey, Abende an der Feuerschale, Buden bauen, „10er-Schlupf“, „Dorfspiel Mr. X“ …
Was steckt hinter all diesen Aktionen? Was haben wir erlebt?
Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt. Oft habe ich die Sehnsucht erlebt, dass jeder von uns gesehen werden will. Leuchtende Augen habe ich gesehen und Begeisterung gespürt. Wir haben miteinander gespielt, gelacht, aber auch gestritten. Vor den 2000-er Jahren hatten wir im Jugendkeller gleichzeitig rechte Skinheads, linke Punks und auch alle dazwischen. Es wurde lebhaft diskutiert. All das kam vor: Streit schlichten, Auseinandersetzungen, Kritik üben, hilfreiche Feedbacks und verletzende Feedbacks, aber auch wieder zusammenkommen, entschuldigen, vergeben, vertragen, trösten, Gemeinschaft leben, eigenes Denken, aber auch tausend Gedanken von anderen, …
Wenn es bei Gesprächen um den Glauben ging, war mir wichtig: Du musst nicht alle Fragen deines Lebens mit eigenen Gedanken beantworten. Die Bibel ist voller göttlicher Weisheit und auch voll von menschlichen Problemen, aus denen wir lernen können. Deswegen war mir in der Kinder- und Jugendarbeit immer wichtig: Jesus zu erleben und Bibel zu erleben. Ich verstehe die Bibel als Beziehungsangebot Gottes zu uns Menschen. Wir dürfen zu Gott Vertrauen fassen, still werden, hören, beten, singen, loben, Gott ehren, Gott verehren …
Diese Arbeit zu verantworten war schön und schwer zugleich. Es gab ab und zu auch Gegenwind: gegen Gott, gegen die Kinder, gegen Jugendliche, gegen Mitarbeiter, gegen mich. Manchmal wurde schlecht geredet und manchmal gab es Ausgrenzung. Aber es gab auch Unterstützung.
Ich habe mich oft als Mittler verstanden, der die Gruppen der Kinder bzw. die Jugendlichen wieder zusammenbringt. Aber auch im Erwachsenenbereich habe ich manchen Gedanken eingebracht, mit der Idee Andersdenkende zu verstehen. Respektvoll und tolerant heißt nicht, dass du nicht eine andere Meinung haben darfst. Aber du musst nicht herzlos und selbstgerecht werden. Bleib Mensch und sehe auch in dem Andersdenkenden den Menschen und nicht einen Feind.
Was macht mich aus? Meine Prägung in der Kindheit und Jugendzeit war christlich, ganzheitlich, naturverbunden und schwäbisch. Durch meine Eltern habe ich nicht nur über den Tellerrand zu schauen gelernt, sondern hinzugehen und zu erleben, wie es andere machen. Angebote für Körper, Seele und Geist haben mich begeistert. Vielfältig Sport und Bewegungsspiele, sowie Musik machen und singen haben mein Herz höherschlagen lassen. Kochen wurde zu meiner Leidenschaft. Mir wurde immer wichtiger, dass ich meine Seele nicht hinter einer Mauer der Sachlichkeit verschließe. Gute und schlechte Gefühle, Freude und Trauer haben einen Platz in meinem Leben und meiner Pädagogik. Für mich war „echt sein“ wichtig.
In den letzten Jahren gab es manche Herausforderungen, die mich belastet haben und nachdenklich gemacht haben. Leben ist Bewegung. Ich bin Gott dankbar, dass er mich für diese lange, aber begrenzte Zeit hier in Blomberg und Cappel-Istrup gebraucht hat. Doch jetzt war die Zeit reif zu erkennen, dass ich meinen Platz nicht mehr hier in den Kirchengemeinden Blomberg und Cappel-Istrup sehe.
Im Lukasevangelium Kapitel 10 stehen zwei Geschichten direkt aneinandergereiht und ich denke Lukas hat sich was dabei gedacht und es ist gut die Bibel im Zusammenhang zu lesen: Jesus erzählt das Beispiel des barmherzigen Samariters und anschließend der Besuch von Jesus bei Maria und Marta. Ich wünsche euch, dass euch diese beiden Geschichten im Zusammenspiel prägen: Das barmherzige Helfen, das sich nicht zu viel Sorgen machen um das leibliche Wohl, und ganz besonders das einfach nur bei Jesus zu Füßen sitzen und ihm zuzuhören, das wünsche ich euch.
Euer Jugendreferent Wolfgang Peter
(Fotos: privat)